"Verblüffend gut ... ein Weltklasse-Organist."
Romsdals Budstikke
Dr. Tim Rishton debutierte schon als 18-jähriger mit grossem Erfolg in London. Daran schloss sich eine bemerkenswerte internationale Kariere als Konzertorganist, Rundfunksprecher, Autor und Dozent.
Er studierte bei Susi Jeans und an den Universitäten von Reading (wo er sämtliche Preise für Orgelspiel errang), Manchester und Wales. Er lehrte nach seiner Promotion über die Musik des 18. Jahrhunderts an der Universität von Wales. Später wurde er Professor an einer norwegischen Universität, Domorganist und Kirchenmusikbeauftragter einer norwegischen Diözese. Heute lebt er in Grossbritannien und verbindet eine umfangreiche Konzerttätigkeit mit diversen Gastprofessuren.
Obwohl er vor allem als Interpret deutscher Barockmusik bekannt wurde, reicht sein Repertoire von Poulencs Orgelkonzert und den englischen Konzerten des 18. Jahrhunderts bis zum Gesamtwerk J. S. Bachs und von Franz Schmidt bis zu skandinavischer Musik, die er beim Nordlands Festival zu Aufführung brachte. Aktuelles Programm schliesst konzerte in Thüringen, savie das ganze Deutschlands, Brasilien, Australien, Amerika, Italien, Spanien, Schweden, Norwegen und Grossbritannien ein.
Er hielt Vorlesungen und Meisterkurse (auch mit Rundfunkübertragung) an vielen Universitäten in norwegischer, englischer und walisischer Sprache. Sowohl für den norwegischen Sender NRK als auch für BBC, HTV und S4C produzierte er regelmässige Radio- und Fernsehsendungen.
Rishton spielte zahlreiche CD ein, sowohl als Solist als auch mit Aled Jones, Simon Roberts und anderen. Er hat gerode eine Reihe CDs von der Musik einiger Yorkshire Komponisten aufgenommen. Derzeit nimmt er eine Doppel-CD mit Bachs "Kunst der Fuge" auf und bereitet eine weitere CD mit norwegischer Orgelmusik vor, für die zwei Werke eigens komponiert wurden.
Neben der Publikation von Orgelmusik und zahlreicher Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften, im aktuellen Die Musik in Geschichte und Gegenwart und im New Grove schrieb Tim Rishton einige Bücher, von denen eines (über liturgisches Orgelspiel) aus dem Norwegischen in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Sein neuestes Buch über Kirchmusik wird 2005 in Amerika herausgebracht werden und mird 2006 in Schwedisch, Walesisch und brasalianisch Portugiesisch erscheinen.
Ostthüringer Zeitung 01.04.2009
Tim Rishton stellt sich perfekt auf Orgel ein
Erfreulicher Besucherzuspruch in PonitzPonitz (OTZ/Dr. Felix Friedrich).
Auch in diesem Jahr lädt die Kirchgemeinde Ponitz wieder zu interessanten Konzerten an ihrer Silbermann-Orgel ein. Die Anziehungskraft dieser wertvollen und klangprächtigen Orgel ist ungebrochen, wie es der erfreuliche Konzertbesuch am vergangenen Samstag erneut unter Beweis stellte.
Aber auch der bekannte Gastorganist Tim Rishton, den man zu diesem Orgelabend engagiert hatte, trug zum sehr guten Zuspruch bei. Tim Rishton pendelt als Dozent zwischen seiner Heimat England und Norwegen hin und her.
Sein Spezialgebiet ist die Aufführungspraxis, wie der Ponitzer Kirchenmusiker Christoph Beyrer in der Begrüßung mitteilte. Und das war dem Konzert von Tim Rishton deutlich anzumerken. Er hatte sich in seinem makellosen Spiel perfekt auf die Traktur und Spielweise der Ponitzer Orgel eingestellt und beherrschte sie vom ersten Ton an, auch wenn er nicht die originale Orgelbank von Silbermann benutzte, was ja an sich zur strengen Aufführungspraxis dazugehört. In der klanglichen Umsetzung der einzelnen Kompositionen seines Programms reflektierte er vor allem auf die wundervollen Principale und Grundstimmen der Silbermann-Orgel.
Das kam natürlich dem Charakter der eingangs erklungenen zweiten Orgelsonate in c-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy zugute. Er setzte deutliche Zäsuren bei den deklamatorischen Passagen, war oft in die sehr lang ausgehaltenen Schlussakkorde verliebt und ging manches Detail auch mit einer gewissen englischen Distanziertheit an. Aus seiner Heimat England hatte er nur ein Stück in das Programm aufgenommen, nämlich vier Sätze aus der Wassermusik des Wahlengländers Georg Friedrich Händel, ursprünglich für eine königliche Bootsfahrt auf der Themse komponiert. Diese vier Sätze nahmen sich sehr apart auf der Silbermann-Orgel aus, vor allem das wunderschön musizierte Air mit den ausdrucksstarken Flötenstimmen. Die bekannte Hornpipe verfehlte ebenfalls ihre Wirkung nicht, hätte dennoch etwas mehr an Tempo vertragen.
Eindrucksvoll zeichnete Rishton die Auferstehung Jesu von Justin Heinrich Knecht nach. Dieses österliche Tongemälde für die Orgel, wie es der Untertitel des Stücks vermerkt, verlangt geradezu nach einer farbigen Umsetzung. Da gab es die schauervolle Stille des Grabes mit den leisesten Stimmen der Silbermann-Orgel oder das Beben der Erde, dargestellt mit sehr düster dahinrüttelnden Registern und schließlich der Triumphgesang der Engel, den Tim Rishton im freudig bewegten galanten Musizierstil ertönen ließ.
Stilsicher und eindrucksvoll präsentiert folgten Antonio Vivaldis Concerto in h-Moll und drei intime Choralvorspiele aus op. 122 von Johannes Brahms. Hier zeigte Tim Rishton, dass er sich sowohl in der Stilistik des 18. wie auch des 19. Jahrhunderts bestens auskennt. Er vermied den oft zu hörenden Obertonklang bei Vivaldi und setzte sehr geschickt in den Brahmsschen Miniaturen die Grundstimmen der Silbermann-Orgel ein. Irgendwann hätte man sich dann doch einmal das große Plenum inclusive der Posaune im Pedal gewünscht, sei es in der pathetisch sich aufbäumenden Coda des Praeludiums und der sich anschließenden, nicht weniger intensiv verlaufenden Fuge in f-Moll BWV 534 von Johann Sebastian Bach. Darauf hat Tim Rishton verzichtet. Vielleicht war diese Abstinenz bewusst von ihm gewählt worden. Zur Passionszeit, in der wir uns befinden, gehören nicht unbedingt die lauten Jubelklänge.
Trotzdem hinterließ Rishton mit seinem Konzert einen sehr guten Eindruck, nicht zuletzt durch den versierten Umgang mit der nicht immer einfach zu spielenden Ponitzer Silbermann-Orgel.
31.03.2009
Die skandinavische Presse:
"Während des Eröffnungsstücks von John Parry konnte man mit geschlossenen Augen von 18. Hjahrhundert träumen. Bachs c-Moll Passacaglia tanzte voll musikalischer Stärke und Reichtum."Finnmark Dagblad
"Orgelmusik der Spitzenklassen."
Sør-Varanger Avis
"Wir hoffen, dass dieser Organist wieder nach Harsdtad kommen wird, weil wir ihn wirklich wieder hören wollen."
Harstad Tidende
"Ein ausgezeichneter Organist."
Gudbrandsdalen og Lillehammer Tilskuer
"Sagenhaftes Orgelspiel ... bereitete viel Vergnügen."
Sogn Dagblad